20150509_081152Für den Ironman wollte ich mich eigentlich schon im Oktober anmelden, musst aber feststellen, dass er schon ausverkauft war. Durch Zufall erfuhr ich im Zuge eines Trainingslagers, dass noch einige wenige Plätze verfügbar waren und meldete mich sofort an. Ich wollte unbedingt wieder an diesem Ironman 70.3 teilnehmen, da mir der Bewerb im Vorjahr so gut gefallen hatte und ich außerdem noch großen Erfolg dort gehabt hatte.

Eine Alternative wäre der Ironman 70.3 in St. Pölten gewesen, aber der Ironman auf Mallorca war mir dann doch deutlich lieber.

Leider hatte all dies einen bitteren Beigeschmack, da mir nach dem Trainingslager die Plantarissehne zu schaffen machte. Dadurch absolvierte ich kaum bis gar keine Lauftrainings und stornierte sämtliche Laufwettkämpfe um meinen Fuß zu schonen.

Die einzigen Wettbewerbe, an denen ich in diesem Jahr teilnahm, waren das Paarzeitfahren in Mörbisch, wobei es mir sehr gut ging, und der Staffellauf des Brückenlaufs in Leobersdorf, wobei ich schon nach 2km extreme Schmerzen im Fuß hatte.

Daraufhin beschloss ich etwas dagegen zu tun. Riesner Rene, mein Masseur war hierbei wieder von großer Hilfe. Er erteilte mir eine Sondermassage mit Hauptaugenmerk auf die Plantarssehne, worauf ich voll ansprach: schon 3 Tage später verspürte ich eine enorme Erleichterung der Sehnenspannung.

Die Woche vorm Wettkampf schonte ich den Fuß noch einmal so gut wie möglich um am Wettkampf überhaupt teilnehmen zu können. Zurzeit sind Schwimmen und Radfahren meine besten Disziplinen, dafür muss ich aber beim Laufen dieses Defizit tolerieren. Trotzdem nahm ich mir vor zu starten, was sich, wie sich später herausstellen sollte, eine gute Idee war.

Am Donnerstag, den 7.5 reiste ich dann endlich in Mallorca an, und verspürte überhaupt keine Nervosität, was für mich eher ungewöhnlich war. Die letzten Vorbereitungen auf der Insel liefen gut und die Wassertemperatur lag bei über 21°C, was kein Neoprenverbot bedeutete.

Ab 20min vorm Start machte sich dann doch die Nervosität bemerkbar. Ich konnte dies aber abschütteln, war beim Countdown physisch wettkampfbereit und konzentrierte mich auf das was vor mir lag.

Um 08:35, nur 40min nach den Profis, fiel für mich der Startschuss, da ich nach dem Alphabet in der ersten der zwei Wellen meiner Altersklasse startete.

Beim Schwimmen hatte ich von Anfang an ein top Gefühl. Zu Beginn gab es noch einige Kollisionen aber nach 800m konnte ich frei schwimmen und meinem Empfinden nach, war es meine beste Leistung überhaupt. Ich konnte sogar auf Gruppen aufschwimmen, die einige Minuten zuvor gestartet waren. Ansonsten machten sich nur leichte Strömungen bemerkbar, die mich aber nicht hinderten und ich pushte mich selbst bis zum Ausstieg immer weiter.

Mein Gefühl hatte mich auch nicht betrogen: mit 28:07 hatte ich eine neue persönliche Bestzeit aufgestellt.

Kaum aus dem Wasser ging es in die Wechselzone, wo alles perfekt verlief und schon saß ich auch am Rad.

Einen Plan hatte ich mir bereits zu Recht gelegt. Jetzt musste ich ihn nur mehr in die Tat umsetzen. Das neue Leistungsmesssystem am Rad sollte mir dabei helfen die ersten 20km bis zum Anstieg kontrolliert und gleichmäßig zu fahren, wo mich auch einige Athleten mein AK überholen. Beim Anstieg aber, wo ich mit einer konstanten 300 Watt Leistung den Berg hinauftrat, machte ich einen Platz nach dem anderen wieder gut, und oben angekommen war ich immer noch in top Form. Auch bei der Abfahrt ließ ich keine Sekunde liegen und drückte was ging – was auch ging.

Die Anstrengung hatte sich bezahlt gemacht: mit 02:29:04, die 2.-schnellste Radzeit meiner AK wechselte ich zum Laufen.

Dem Laufsplit stand ich mit gemischten Gefühlen gegenüber, hatte ich doch Probleme mit dem Fuß und außerdem wenig trainiert.

Ich lief gleich ein relativ schnelles untrainiertes Tempo an, was sich nach nur 3km auch schon bemerkbar machte. Seitenstechen begleitete mich bis km7, wo ich bei der Labe bewusst pausierte und trank um wieder Energie zu schöpfen. Das Seitenstechen legt sich und so konnte ich ein gutes Tempo bis km16 durchziehen. Wider Erwarten machte mir mein Fuß kaum zu schaffen, jedoch meine Oberschenkelmuskulatur, die sich für das Trainingsdefizit rächte und deren Brennen alles andere übertönte.

Dennoch zog ich den Lauf durch und war umso zufriedener mit meiner Performance und der Zeit im Ziel, nämlich 1:30:51 für den Laufsplit. Die Gesamtzeit betrug 04:34:08.

Außerdem wusste ich, dass ich als 6. Meiner AK die Ziellinie überschritten hatte. Klar war mir, dass sich noch einige aus der zweiten Startwelle vor mich reihen könnten – im Endeffekt aber nur einer und ich wurde somit 7. Meiner AK30-34

Ich wusste, dass ich für eine direkte Qualifizierung für die WM in Zell am See, der ersten WM auf europäischem Boden, mindestens 5. werden musste, aber zwei der vor mir Gereihten nahmen ihren Slot nicht wahr und so rückte ich auf. Durch die Umstände freute ich mich umso mehr nun doch an der WM teilnehmen zu können.

Bedanken möchte ich mich bei allen die mich tatkräftig unterstützt haben: Bei PBC Consulting, bei Rene Riesner, der meinen Fuß noch rechtzeitig in Schuss brachte, bei meiner Familie und meinen Freunden und bei Isabella, meiner Freundin, die mich sogar nach Mallorca begleitete.

Mein nächstes Ziel ist der Ironman in Klagenfurt und ich hoffe bis dahin das Problem mit meinem Fuß endgültig gelöst zu haben.

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