Für die letzten Wettkampfvorbereitungen und zur Akklimatisierung begann die Reise nach Las Vegas schon 10 Tage vor dem Weltmeisterschafts-Start. Die Trainingseinheiten wurden eher kurz gehalten und fanden in den Morgenstunden statt um mich nicht zu sehr der prallen Sonnen auszusetzen. Trotz des Wüstenklimas, wenn man es auch nicht glaubt, hat es öfters geregnet.
Die Trainingseinheiten führte ich bereits auf den jeweiligen Wettkampfstrecken durch, somit wusste ich auch über das Streckenprofil Bescheid, welches eindeutig WM-Niveau hatte. Am Lake Meat und im Henderson Multigenerational Center absolvierte ich meine letzten Schwimmeinheiten.

Tag der Entscheidung – Der Renntag:
Die Nacht vorm Wettkampf verlief nicht entspannt – Anspannung, Aufregung und Nervosität bescherten mir nur wenige Stunden Schlaf bevor wieder der Wecker um 03:45 Uhr läutete. Schlechter Beigeschmack an diesem Morgen war der Regen – der wurde schon zu meinem ständigen Begleiter hier in Vegas.
In der Wechselzone T1 Swim to Bike wurde das Rad noch einsatzbereit gemacht, danach ging es zum Schwimmstart, die zweite Wechselzone T2 Bike to Run wurde schon am Vortag erledigt.

Der Startschuss für meine Welle fiel um 07:04 Uhr. Die Wassertemperatur zu diesem Zeitpunkt war höher als die Außentemperatur. Durch den Wellenstart war die Athleten-Dichte im Wasser nicht allzu hoch und somit konnte ich von Beginn an ein gutes Tempo schwimmen. Ich erreichte mein Ziel für den Schwimm-Split und beendete ihn in 35:19, meiner persönlichen Bestzeit ohne Neoprenanzug.
Leichte Problemen gab es in der Wechselzone zum Rad – verursacht durch einen „Athletenstau“. Einerseits erschwerte der Regen die Fahrt, jedoch waren die Temperaturen dadurch etwas angenehmer. Das Radfahren ist heuer meine stärkste Disziplin und so konnte ich von Anfang an Plätze gut machen. Zwei Drittel der Strecke fühle ich mich gut und lag auch zeitlich so wie ich es mir vorgenommen habe…
Gegen Ende der Etappe hatte ich wieder etwas mit meinem Magen zu kämpfen, musste aber nur minimal Leistung nachlassen und beendete den Radsplit in 2:32:03 – Das waren nur 2 Minuten über meinem persönlichen Zeitlimit.
Die zweite Wechselzone passierte ich problemlos. Zu anfangs fiel es mir nicht leicht ein gutes Tempo aufzunehmen, jedoch nach kurzer Zeit legte sich das Unwohlsein und ich konnte meine Platzierung bis auf 4 Plätze halten. Während der 3 anspruchsvollen Runden zu je 7km wurden auch viele Höhenmeter zurückgelegt. Bei den Ladestationen entlang der Strecke waren die Athleten sehr dicht gedrängt und es entfachte jedes Mal ein richtiger Kampf um die Verpflegung. Beim Laufen ging es mir umso länger es dauerte immer besser. Mittlerweile mussten auch die Regenwolken der Sonne weichen und es wurde richtig heiß. In der dritten Runde sah ich dem letzten Anstieg entgegen ehe es über den Wendepunkt retour in Richtung Ziel ging und gab noch einmal ALLES.
Nach 01:36:14 passierte ich die Ziellinie was eine Gesamtzeit von 04:49:22 ergab.

Ergebnis:
AK M30-34: 63. Platz
Gesamt-Klassement: Patz 326.

! 2400 Starter und nur 1977 finishten!

Fazit:
Ein internationaler Wettkampf mit diesem Athleten-Niveau kann man nicht mit den nationalen Heimrennen vergleichen. Die Erfahrung gegen die Besten der Welt antreten zu dürfen und die Chance einmal WM-Luft schnuppern zu können kann ich nur mit folgenden Worten beschreiben… „woa wödklasse“!!!

Ein Dankeschön und Glückwunsch an meinen Triathlon-Kollegen Wolfi, der ebenfalls Teilnehmer der WM war und natürlich ein weiteres großes Dankeschön an mein Begleitteam Birgit und Thomas, sowie an alle, die Zuhause mitgefiebert haben.

Ironman 70.3 WM - Las Vegas/Henderson