Ironman Austria Klagenfurt

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Am Sonntag 28.Juni 2015 fand zum 17. Mal der Ironman in Klagenfurt statt. Diesmal gab es „Neu“ Startwellen der Alterklassen und eine schnelle Startwelle für Athleten mit einer Schwimmzeit unter einer Stunde.

Die letzten Vorbereitungen für den großen Tag fanden 2 Wochen zuvor statt, und ein kurzes Trainingslager sorgte noch für den letzten Feinschliff.
Schwimmen fühlte sich während der letzten Wochen, auch ohne Neopren, schon ausgesprochen gut an und deshalb beschloss ich in der schnellen Welle zu Starten.
Auch beim Radtraining reizte ich noch alles aus, und besonders das Wattsystem am Rad brachte große Fortschritte, aber auch die Lenkereinstellungen, die für den großen Tag noch feinjustiert wurden um meinen Nacken zu entlasten, waren von großem Nutzen.
Laufen – das Thema mit dem großen Fragezeichen – denn wie sollte ich einen Marathon ohne Lauftraining bewältigen? Die langen Einheiten fehlten total und als Training absolvierte ich nur 3 Läufe, wobei der längste davon 10km war. Jedoch fühlte ich mich gut dabei und hatte auch keinerlei Schmerzen auf der Plantarissehne. Somit sah ich dem Marathon zuversichtlich entgegen.
Um jeglichen Stress oder sonstige Komplikationen zu vermeiden, reiste ich schon am Donnerstag, also 3 Tage zuvor an, registrierte mich und bezog das Quartier. Am Freitag absolvierte ich noch ein kurzes Schwimm- und Radtraining, ehe die Wechselzonen-Säcke und das Rad hergerichtet wurden. Zum Abschluss des Tages ging es noch zur Ironman Pastaparty. Am Samstag nahm ich noch an der Rennbesprechung teil und machte den Check-in in der Wechselzone.
Somit war ich bereit für den Tag X.

Um 4 Uhr morgens schon hieß es Aufstehen und ich gönnte mir ein kurzes Frühstück ehe ich noch die letzten Checks vorm Start durchführte. Im See wärmte ich mich kurz auf und es gab kein Neoprenverbot.
Der Startschuss der Profis fiel um 06:40 und meiner in der schnellen Welle um 06:50, nur 10 Minuten später

Beim Schwimmen stellte ich mich wie immer etwas außen hin, kam gut weg und fand schnell meinen Rhythmus. Seltsamerweise war es sehr wellig obwohl es windstill war, dennoch gab es keinerlei Komplikationen und ich kam gut voran. Ab dem Lendkandal versuchte ich sogar noch mehr Tempo zu machen, was auch ging, und so hatte ich einen Schwimmausstieg mit einer für mich unglaublichen persönlichen Bestzeit über die 3,8km von 58:29. Meine Zielzeit hatte ich definitiv erreicht.

Schnell durch die Wechselzone und ab aufs Rad. Nun hieß es 180km treten und die optimalen Temperaturen machten dies etwas leichter. Durch die tolle Verpflegung am Rad durch Winforce bekam ich auch meine Magenprobleme, die sich bei den letzten Langdistanzen bemerkbar gemacht hatten, in den Griff. Die erste Runde schloss ich mit einer 256 Durchschnittswatt-Leistung ab.
Mit der Zeit wurde es etwas wärmer und so versuchte ich bewusst mehr zu trinken. Auch die Selbstversorger-Labe funktionierte sehr gut. Auch die zweite Runde absolvierte ich reibungslos, wobei mir vor allem wichtig war, dass es fair zu ging und die Athleten sich alle sportlich verhielten. Durch Strafrichter auf Motorrädern, die diesmal zahlreich auf der Strecke unterwegs waren, wurde dies auch gewährleistet und die Tatsache stimmte mich für zukünftige Ironman-Rennen sehr positiv.
So war auch die 2. Runde ohne Pannen oder sonstiger Vorfällen geschafft, abermals mit einer persönlichen Bestzeit beim Radsplit mit 4:51:16 und 248 Durchschnittswatt auf die 180km. Da dies nur 1:16 über meiner Wunschzeit war, sah ich dem bevorstehenden Lauf motiviert entgegen.

In der zweiten Wechselzone hieß es rein in die Laufschuhe und schon ging’s dahin. Gefühlsmäßig war ich fast etwas zu schnell aber da ich beim Schwimmen und beim Radfahren meine angestrebten Ziele erreicht hatte, war es mir nicht so wichtig. Der Marathon sollte jedenfalls noch eine Überraschung werden, denn erstens bemerkte ich die fehlenden Trainingskilometer, da mein letzter ernsthafter Lauf der Halbmarathon auf Mallorca Anfang Mai war und zweitens bekam ich schon bei km5 eine ungewollte Wasserdusche ab, die bis in die Schuhe ging und das hatte ich so gar nicht gern. Die erste Gehpause, die ich schon bei km7 einlegen musste, war ebenfalls nicht geplant. Dann hieß es weiter weiter weiter, nur nicht stehenbleiben und immer in Bewegung bleiben. Tempomachen konnte ich aber nur bis km27, dann wollt die Muskulatur nicht mehr und die Gehpausen häuften sich. Bei km32 sagte mir meine Freundin, dass ich derzeit in meiner AK und meiner Welle auf Platz 4 wäre. Die letzten 10km lief ich dann noch durch bis auf Trinkpausen im Gehen und so erreichte ich das Ziel mit einer Gesamtzeit von 09:26:50 und einer Splitzeit von 03:31:22 und einer Pace von 05:00, was auch dem entsprach, was meiner Meinung nach machbar sein sollte.
Fazit: alles aufgegangen
Gesamtplazierung: 62
Altersklasse: 8

Es trennten mich nur 2 Plätze von einem Startplatz für die WM in Hawaii und das mit einem Fuß, von dem ich bezweifelte, dass der den Marathon überhaupt schmerzfrei durchhält.

DANKE an alle die mit waren, die gekommen sind um anzufeuern, die Zuhause mitgefiebert haben,
DANKE auch an meinen Sponsor PBC-Consulting, meine Trainer und Trainingskollegen sowie meine Freunde, ohne die vieles nicht möglich wäre.
Und zu guter Letzt: DANKE an meine Familie und Isabella, die es auch nicht immer einfach mit mir haben und trotzdem hinter mir stehen.

So und jetzt ab zur WM nach Zell am see!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!