Tag "X" war wohl "nix"!

Trotz echt guter Trainingsvorbereitung für die Langdistanz auf Mallorca wollte es an diesem Tag wohl einfach nicht sein.

Am Montag, 6 Tage vor dem Wettbewerb reiste ich an um noch die letzten Vorbereitungen treffen zu können: Radstreckenbesichtigung, Regestrierung, kurze Trainingseinheiten etc.

Beim Abfahren der Strecke mit dem Auto erwies sich der erste Radstreckenteil wirklich nicht als sehr einfach, der zweite Teil (bis auf ein paar kleine Änderungen) war mir aber schon vom 70.3. Ironman bekannt, den ich im Mai hier finishte.

Bei der Rennbesprechung wurde bekanntgegeben, was ich schon vermutet hatte: Neopren- Verbot. Vom Gefühl her bin ich ohne Neo im Meer besser unterwegs und ich wollte sowieso den Wettkampf lieber ohne bestreiten.

Raceday

Frühmorgens um 5 Uhr hieß es Tagwache. Ich machte mich sofort ans Frühstück und richtete noch die letzten Kleinigkeiten her bevor es ab in die Wechselzone ging, die um 6 Uhr geöffnet wurde. Dort richtete ich Rad und Wechselsack her und alles verlief reibungslos. Um 7 Uhr traf ich mich mit meinen Begleitern am Strand für eine schnelle Verabschiedung ehe es ins Rennen ging.

Die Profis starteten um 07:30

Die Agegrouper um 07:35

Insgesamt waren ca. 2400 Athleten am Start und es herrschte ein tolle Atmosphäre. Die Location am Sandstrand in der Alcudia Bucht gefällt mir persönlich sehr gut bis auf den Engpass auf der Schwimmstrecke nach ca. 150m.

Startschuss : Ich ging das Schwimmen echt ruhig an, da ich mir schon dachte, dass es bei Engstelle eine Crash geben würde. Jedoch sagte ich mir: ruhig bleiben, freischwimmen und weiter geht’s und ich bin im Wasser noch nie so gut vorangekommen, schon gar nicht ohne Neopren. Das Schwimmtraining mit Robert in der Südstadt machte sich hier echt bezahlt. Nach 3,8km kam ich mit einer Splitzeit von 1:01:54 aus dem Wasser und als meine Freundin mir die Zeit zurief, dachte ich, ich hör doch nicht richtig.

Also top motiviert rein in die Wechselzone und ab aufs Rad.

Auch beim Radfahren ging ich es nicht allzu hastig an um mir Körner für die zweite Runde über den Berg zu sparen. Es verlief auch alles nach Plan bis zu km 85-90. Dann bekam ich plötzlich ein flaues Gefühl im Magen und leichte Kopfschmerzen. Ich merkte meinen Leistungsverlust, da ich ständig von Gruppen überholt wurde, dachte mir jedoch nur, dass da anscheinend einige Radmarathon Fahrer unterwegs sind. Bis zum Berg bei km 120 konnte ich das gleiche Tempo noch halten

aber merkte mehr und mehr, dass etwas nicht stimmte: Meine Kopfschmerzen wurden immer stärker und ein benommenes Gefühl im Kopf und Übelkeit kündigten sich an.

Am Berg nach der langen Auffahrt über 515 Höhenmeter legte ich eine 5-minütige Pause zur Erholung ein, was aber auch nichts nutzte. Trotzdem kämpfte ich noch weiter, doch dann wurden die Beine kraftlos und mir wurde total schwindelig, sodass ich mich für 10 Minuten hinlegen und mich sogar übergeben musste. Ich wollte nur mehr vom Berg hinunter und quälte mich weiter bis endlich die Abfahrt kam. Dann bog ich weg zu einem Streckenposten und ließ mich aus dem Rennen nehmen. Ich wurde noch von Sanitätern durchgecheckt aber war dann wieder relativ stabil und auch der Blutzucker und der Blutdruck passten. 2 Stunden musste ich noch auf das Athleten-Taxi warten ehe es zur Wechselzone ging.

Trotz der Bilanz muss ich sagen, dass es echt ein so genialer Bewerb ist, bis auf die vielen Windschattenfahrer. Leider war es mir unmöglich unter diesen Umständen weiterzumachen, und im Nachhinein bin ich nur froh sonst keine ersthaften Schäden davongetragen zu haben.Es war mein erster Bewerb, den ich nicht finishen konnte und dass „DNF“ bei meinem Namen auf der Ergebnisliste stand, war für mich etwas ganz Neues. Eines weiß ich jedoch bestimmt: Mir gefällt es hier und ich komme wieder – und zwar mit einem finish.

Der perfekte Saisonabschluss ist nicht gelungen, es war der letzte Triathlon für heuer und somit kommt auch schon der gemütlichere Teil der Saison die Offseason. Ein paar Läufe werde ich noch bestreiten, ehe es wieder mit dem harten Training für das nächste Jahr losgeht.

Das Wichtigste: Ohne die Unterstützung, sei es von meiner Freundin und Freunden, die Zuhause mitgefieberten haben, Familienmitglieder die mich zu Wettkämpfen begleiteten um mich anzufeuern, ohne die alle wäre vieles nicht möglich gewesen, darum danke ich euch dafür.

Ein großes Dankeschön auch an all meinen Unterstützern, Sponsoren und meinen Arbeitgeber, ohne Eurer Mitbeteiligung wäre vieles mir nicht möglich.